PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) und Burnout
PTBS, Burnout und Fatigue – Kann eine Stellatumblockade helfen?
Wenn das Nervensystem nicht mehr zur Ruhe kommt
Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann nach belastenden oder traumatischen Erlebnissen entstehen. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Symptomen wie innerer Unruhe, Schlafstörungen, erhöhter Wachsamkeit, Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsproblemen oder Burnout-ähnlichen Beschwerden.
Aus heutiger Sicht spielt dabei das autonome Nervensystem eine wichtige Rolle. Dieses reguliert viele lebenswichtige Körperfunktionen automatisch und besteht vereinfacht aus zwei Gegenspielern:
- dem Sympathikus, der den Körper aktiviert und auf Leistung oder Gefahr vorbereitet,
- dem Parasympathikus, der für Erholung, Regeneration und Ruhe zuständig ist.
Bei manchen Menschen scheint das Nervensystem nach starken Belastungen dauerhaft in einem erhöhten Alarmzustand zu verbleiben. Der Körper kommt nicht mehr vollständig in den Erholungsmodus zurück. Dies kann zu anhaltender körperlicher und seelischer Erschöpfung führen.
Die Rolle des Ganglion stellatum
Eine wichtige Schaltstelle des sympathischen Nervensystems befindet sich im Halsbereich. Hier liegt das sogenannte Ganglion stellatum, ein Nervenknoten, der an der Regulation von Stress- und Alarmreaktionen beteiligt ist.
Durch eine gezielte, ultraschallgesteuerte Injektion kann dieser Bereich vorübergehend blockiert werden. Ziel der Behandlung ist es, überaktive sympathische Nervensystemaktivität zu reduzieren und dem Organismus die Möglichkeit zu geben, wieder ein besseres Gleichgewicht zwischen Anspannung und Erholung zu finden.
Viele Patienten berichten nach der Behandlung über eine spürbare innere Ruhe, eine Verbesserung der Schlafqualität oder eine Verringerung ihrer Stresssymptomatik. Das Ausmaß der Wirkung ist jedoch individuell unterschiedlich und kann nicht vorhergesagt werden.
Dual Sympathetic Reset (DSR) nach Lipov
In unserer Praxis orientieren wir uns bei der Behandlung von PTBS unter anderem an den Konzepten von Dr. Eugen Lipov, einem Pionier auf diesem Gebiet.
Dabei erfolgt in der Regel zunächst eine Behandlung der rechten Halsseite. Neben der Blockade des Ganglion stellatum auf Höhe des sechsten Halswirbels (C6) wird zusätzlich der sympathische Grenzstrang im Bereich des vierten Halswirbels (C4) behandelt. Dieses Vorgehen wird als Dual Sympathetic Reset (DSR) bezeichnet.
Ziel ist es, mehrere wichtige Schaltstellen des sympathischen Nervensystems gleichzeitig zu beeinflussen. In den vergangenen Jahren wurden hierzu zunehmend wissenschaftliche Untersuchungen veröffentlicht, insbesondere im Zusammenhang mit PTBS.
Ergänzung – kein Ersatz für bewährte Therapien
Die Stellatumblockade ersetzt keine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung. Vielmehr sehen wir sie als mögliche Ergänzung eines bestehenden Therapiekonzeptes.
Viele Patienten berichten, dass sie nach einer erfolgreichen Behandlung wieder besser von bereits begonnenen Maßnahmen wie Psychotherapie, Traumatherapie, Atemtechniken, Bewegungstherapie oder Entspannungsverfahren profitieren können.
Für wen kommt die Behandlung infrage?
Eine Stellatumblockade kann insbesondere dann erwogen werden, wenn trotz bestehender Therapien weiterhin Symptome wie
- innere Unruhe,
- Schlafstörungen,
- erhöhte Stressreaktionen,
- Fatigue,
- Erschöpfungszustände oder
- Beschwerden im Rahmen einer PTBS
bestehen.
Ob die Behandlung in Ihrem individuellen Fall sinnvoll ist, kann im Rahmen eines persönlichen ärztlichen Gesprächs geklärt werden.
Weitere Informationen zum Ablauf, zu Chancen und Risiken der Behandlung finden Sie im Abschnitt Stellatumblockade”


