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Long Covid Syndrom

Long Covid und autonomes Nervensystem – Kann eine Stellatumblockade helfen?

 

Wenn die Erholung nach einer Infektion ausbleibt

Viele Menschen erholen sich nach einer COVID-19-Infektion innerhalb weniger Wochen vollständig. Bei einigen Betroffenen bleiben jedoch Beschwerden über Monate bestehen. Man spricht dann von einem Long-Covid-Syndromoder Post-Covid-Syndrom.

Typische Symptome können sein:

  • ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue)
  • verminderte körperliche Belastbarkeit
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen („Brain Fog“)
  • Schlafstörungen
  • Herzrasen oder Kreislaufbeschwerden
  • Atembeschwerden
  • innere Unruhe oder erhöhte Stressanfälligkeit

Die genauen Ursachen von Long Covid sind bis heute nicht vollständig geklärt. Vermutlich wirken mehrere Mechanismen zusammen.

 

Die Bedeutung des autonomen Nervensystems

Zunehmend gibt es Hinweise darauf, dass bei einem Teil der Betroffenen das autonome Nervensystem beteiligt sein könnte.

Dieses Nervensystem steuert viele wichtige Körperfunktionen automatisch, darunter:

  • Herzfrequenz
  • Blutdruck
  • Atmung
  • Verdauung
  • Schlaf
  • Energiehaushalt

Nach Infektionen kann es zu Veränderungen in der Regulation dieser Systeme kommen. Manche Patienten entwickeln Symptome, die auf eine anhaltende Fehlsteuerung zwischen Aktivierung und Erholung hindeuten.

Vereinfacht ausgedrückt scheint der Körper bei einigen Betroffenen Schwierigkeiten zu haben, nach der Erkrankung wieder in einen stabilen Zustand zurückzufinden.

 

Die Rolle des Ganglion stellatum

Eine wichtige Schaltstelle des autonomen Nervensystems befindet sich im Halsbereich: das Ganglion stellatum.

Durch eine gezielte, ultraschallgesteuerte Injektion kann dieser Nervenknoten vorübergehend blockiert werden. Ziel der Behandlung ist es, überaktive Stress- und Alarmreaktionen des Nervensystems zu beeinflussen und die natürliche Regulation des Körpers zu unterstützen.

Internationale Arbeitsgruppen haben in den vergangenen Jahren untersucht, ob dieses Verfahren bei Long Covid hilfreich sein kann. Erste Studien und klinische Erfahrungen zeigen bei ausgewählten Patienten vielversprechende Ergebnisse. Gleichzeitig ist die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet noch nicht abgeschlossen.

 

Wie erfolgt die Behandlung?

Nach einem ausführlichen ärztlichen Gespräch wird die Behandlung unter Ultraschallkontrolle durchgeführt.

Dabei werden auf einer Halsseite zwei definierte Bereiche des sympathischen Nervensystems behandelt. Je nach Verlauf und individuellem Ansprechen kann in einer späteren Sitzung auch die Gegenseite einbezogen werden.

Die Ultraschallkontrolle ermöglicht eine präzise Darstellung der anatomischen Strukturen und trägt zu einer hohen Sicherheit des Verfahrens bei.

 

Erfahrung und Sicherheit

In unserer Praxis werden seit vielen Jahren regelmäßig ultraschallgesteuerte Injektionen im Bereich des autonomen Nervensystems durchgeführt.

Die Behandlung erfolgt mit sehr feinen Nadeln und wird von den meisten Patienten als gut tolerierbar beschrieben. Der Eingriff dauert in der Regel nur wenige Minuten.

Ob zusätzlich eine Behandlung des Vagusnervens sinnvoll ist, wird individuell im Rahmen des Vorgesprächs entschieden.

 

Was ist vor und nach der Behandlung zu beachten?

Vor der Behandlung müssen blutverdünnende Medikamente gegebenenfalls pausiert werden. Dies wird im Vorfeld individuell mit Ihnen besprochen.

Nach der Behandlung sollten Sie am selben Tag kein Fahrzeug mehr führen. Wir empfehlen daher die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Abholung durch eine Begleitperson.

 

Für wen kommt die Behandlung infrage?

Eine Stellatumblockade kann insbesondere dann erwogen werden, wenn nach einer COVID-19-Erkrankung weiterhin Beschwerden wie Fatigue, eingeschränkte Belastbarkeit, Konzentrationsstörungen oder vegetative Symptome bestehen.

Ob die Behandlung in Ihrem individuellen Fall sinnvoll sein kann, lässt sich nur im Rahmen einer persönlichen ärztlichen Beratung beurteilen.

Weitere Informationen zum Ablauf sowie zu Chancen und Risiken finden Sie im Abschnitt „Stellatumblockade“.